Evangelische Kirchengemeinde Übersee-Bergen-Grabenstätt
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Auf ein Wort

"Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt,

darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser, liebe Gäste,

 

Auf der ganzen Welt feiern Christen das Reformationsjubiläum.

Wir denken an die Ereignisse der Reformation der Kirche vor fünfhundert Jahren.

Sie sind mit dem Namen Martin Luther verbunden,

der sich im Jahr 1517 mit seinen berühmten 95 Thesen ins Gespräch brachte.

Es geht um den Ursprung und die Quelle unseres christlichen Glaubens:

Jesus Christus hat uns die Liebe Gottes gebracht und gezeigt!

Von dieser Liebe Gottes war Gottes Volk seit alters her umgeben und getragen,

wer genau hinschaut und hinhört,

kann Gottes Liebe von Anfang an entdecken:

So auch im Buch des Profeten Jeremia,

sechshundert Jahre, bevor Jesus geboren wurde:

"Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt,

darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." (Jer.31:3)

Man könnte diesem Verprechen Gottes durchaus kritisch gegenübertreten:

Können wir dieser Liebe Gottes, diesem "Ich habe dich je und je geliebt,

darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte",

tatsächlich als Ausdruck Seiner Zärtlichkeit vertrauen?

Oder ist es nicht doch zu viel Nähe Gottes, vielleicht gar ein Übergriff?

Dazu ist es hilfreich, den größeren Zusammenhang anzusehen:

Dieses Wort Gottes steht beim Profeten Jeremia in einem Teil,

der Trostbüchlein genannt wird (Jeremia Kapitel 30-33).

Gott tröstet den Profeten, der über seine Berufung als Profet klagt.

So wie heute haben sich die Menschen bereits zur Zeit des Profeten Jeremia gefragt:

Wo ist denn Gott? Kann ich an Gott glauben,

angesichts der schlimmen Dinge, die auf der Welt geschehen?

Kann ich den Zusagen Gottes trauen? Kann ich zu meinem Glauben an Ihn stehen?

Und, wenn ja: Wie geht das, Gott zu vertrauen?

Wenn das Vertrauen zu Gott hinterfragt wird,

kann dies leicht zu einer Glaubenskrise führen.

Wenn 160 Konfirmanden mit 40 jungen Mitarbeitern beim Konfi-Castle auf der Konfirmandenrüstzeit miteinander singen, tanzen, sich freuen und ihren Glauben teilen,

ist das attraktiv und ansteckend. Wir haben es erlebt und waren glücklich darüber.

Doch wie ist das, wenn man als junger Mensch dann in anderen Situationen,

z.B. auch im Religionsunterricht, die einzige ist, die den Glauben an Jesus gut findet?

Oder: Wenn man selbst Zweifel hat, will man da nicht ganz weit weg sein von Gott?

In Situationen der Hilflosigkeit möchte man sich am liebsten verstecken,

ganz zu schweigen von den Situationen, in denen man einfach nicht mehr weiter weiß.

Doch gleichzeitig gibt es da auch die große Sehnsucht nach Geborgenheit.

Nach Sicherheit, nach Gehalten-Sein und nach einer Quelle der Liebe für mein Leben.

Beim Klettern oder Segeln, beim Singen oder Tanzen, in der Schönheit der Natur,

durch einen Gottesdienst, auf einer Freizeit, durch manche Musik, in einem Gespräch,

in einem Gebet, durch eine Meditation und durch viele andere Weisen:

Überall und zu jeder Zeit ist es möglich, die Liebe Gottes auch ganz intensiv zu spüren.

Das ist nicht machbar – aber man kann sich darin einüben, solche Gelegenheiten zu suchen.

"Gott spricht: Ich habe dich je und je geliebt,

darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."

Und bedeutet dieses Wort nicht auch:

Am Ende ist alles in unserem Leben bei Gott aufgehoben?

Für viele Menschen steckt darin eine starke Hoffnung.

Ob Sie, liebe Leserinnen und Leser,

durch Ihre tägliche Arbeit gefordert sind,

oder ob Sie gerade freie Zeit und Urlaub haben: Ich möchte Sie gerne erinnern,

sich immer wieder Gelegenheiten zu suchen, um mit Gott in Kontakt zu kommen.

Er ist da, hört gerne zu.

Seine Türe ist offen, seine Güte ist ohne Ende.

So sind wir eingeladen, immer wieder neu ins Vertrauen zu kommen.

"Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte."

Und entsprechend könnte unsere Antwort daher dann auch so lauten:

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit"!

So wollen wir es am 2.Juli beim Christusfest in Übersee feiern!

Wir wollen es bewusst ökumenisch feiern,

zusammen mit unserer katholischen Schwestergemeinde vor Ort

und mit allen umliegenden Gemeinden im Achental und darüber hinaus!

"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit"!

Denn das ist es "worauf es ankommt"!

In diesem Sinne wünsche ich uns,

dass wir immer wieder neu ins Vertrauen kommen!

Ihr Rudolf Scheller

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