Evangelische Kirchengemeinde Übersee-Bergen-Grabenstätt
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Auf ein Wort

Glauben – wenn das Unsichtbare sichtbar wird

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser, liebe Gäste,

ich glaube – viele Menschen tun sich schwer damit.
Die einen wollen nur glauben, was wissenschaftlich bewiesen ist.
Andere wollen nur glauben, was sie sehen.
Doch leben wir nicht täglich auch von dem, was wir eben nicht sehen und beweisen können?!?

Der Glaube ist die Verwirklichung von Erhofftem; die Realisierung dessen, worauf man vertraut; wer glaubt, lebt jetzt schon von der Zukunft her, die er erwartet; der Glaube ist der Anfang, in dem das Ganze irgendwie enthalten ist.
Glaube ist darum nicht ein Für-wahr-halten von etwas Unsicherem, sondern das Vertrauen auf unseren Gott, der dafür den Grund gelegt hat.
Im Glauben ist das, was kommen wird, schon da, nicht ganz und gar, aber bereits als Abglanz oder Vorgeschmack. So ist das Reich Gottes mitten unter uns, gleichzeitig aber noch nicht vollendet.
Im Hebräerbrief wird das so ausgedrückt: „Was heißt das: Glaube? Der Glaube ist die feste Gewissheit, dass sich erfüllt, was Gott versprochen hat; er ist die tiefe Überzeugung, dass die unsichtbare Welt Gottes Wirklichkeit ist, auch wenn wir sie noch nicht sehen können.“ (Hebräer 11:1 – Hoffnung für alle)

Da kommen Fragen und Zweifel: „Ich würde wirklich gerne glauben – aber wie geht das eigentlich? – woran soll ich glauben? – kann mir jemand garantieren, dass es einen Sinn macht?“

An Beispielen von Menschen aus früheren Zeiten, und bis heute, können wir lernen, dass der Glaube nichts Theoretisches ist, sondern sich im Leben von Menschen bewährt hat. Er hat Menschen getragen. Er hat ihnen Hoffnung gegeben, Halt und Orientierung geschenkt, er hat sie getröstet.

Es gibt kein Geheimrezept für Glauben, außer glauben. Halte dich an das, was andere erlebt, erfahren und erzählt haben. Nimm dir ein Beispiel und probiere es aus. Erwarte keine Beweise und keine Garantie. So wie man Schwimmen nur im Wasser lernt, lernt man Glauben nur durch glauben.

Wenn wir heute von Glauben reden, dann geht es nicht um ein Für-wahr-halten oder Für-existent-halten, es geht um das Vertrauen auf unseren Gott, der sich im eigenen Leben erweisen will und erweisen wird. Deshalb braucht unser individueller Glaube die Gemeinschaft der Glaubenden. Wir brauchen Beispiele, Vorbilder und Begleiter.

Glauben gibt Sinn und Kraft im Leben.
Im Glauben haben wir ein konkretes Ziel vor Augen, nämlich das Reich Gottes. Wir sind hier auf Erden nur auf der Durchreise, das große Ziel ist die Gemeinschaft im Reich Gottes.
Glaube ist Halt, Orientierung und Trost.
Der Glaube hilft, dass wir vergeben können und um Vergebung bitten.
Er gibt uns einen Ort für die Freuden und glücklichen Momente im Leben, dass wir sie im Herzen erleben und bewahren können.
Wir vertrauen Gott unsere Verstorbenen an.
Wir wenden uns im Leid, in der Stille und im Gebet an Ihn.
Leidende, Unterdrückte und Vergessene suchen Trost. Auch wenn sich ihre Lebenssituation nicht verändert – sie werden verändert.
Wir spüren etwas von der Kraft des Glaubens und der Gemeinschaft, wenn sich nach Terroranschlägen, Schicksalsschlägen oder Unfällen die Menschen in den Kirchen versammeln. Sie schweigen, zünden Kerzen an, klagen und weinen, sprechen Gebete – und sind nicht allein dabei.

Das dürfen wir erleben, wenn wir Glauben wagen.
Dazu möchte ich Sie und Euch gerne ermutigen. Wagen wir den "Glaubens-Blick" und üben wir uns darin immer wieder ein: "Der Glaube ist ein steter und unverwandter Blick auf Christus." (Martin Luther)

Diesen Blick wünsche ich uns von Herzen!

Ihr Rudolf Scheller

 

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