Evangelische Kirchengemeinde Übersee-Bergen-Grabenstätt
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Auf ein Wort

"Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm (Jesus) drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus… Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht!... Sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach." (aus Lukas 5)

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste,

 

auch das ist Teil des Evangeliums, dieser "Guten Botschaft", die Gott uns immer wieder schenkt: Jesus, Gottes Sohn, macht sich selbst ein Boot zunutze. Denn die Menge der Menschen drängte sich zu Jesus und bedrängte ihn. Sie wollten aus seinem Munde noch mehr über Gott erfahren. Da kommt Jesus ein einfaches Fischerboot gerade recht. Jesus nutzt das Boot des Simon Petrus als eine Art Kanzel, damit die Menschen die Botschaft Gottes gut hören können. Jesus sitzt im Fischerboot, erzählt von Gott, und die Menschen sind ihm zugewandt. Ein Boot als Hilfe und Vehikel dazu, dass Menschen von Gottes Liebe hören können. Als die Zeit des Hinhörens zu Ende war - "Alles hat seine Zeit" - wurde es im Boot ganz persönlich: Simon Petrus und Jesus im selben Boot. Hier im Boot, im Schiff - im übertragenen Sinne auch im Lebens-Boot, im Kirchen-Schiff - entwickelt sich eine Beziehung zu Jesus. Plötzlich und unerwartet wird Simon Petrus reich beschenkt "mit Leben"! Im Boot mit Jesus! Ein einfaches Boot als Grundlage dafür, dass wir erfahren können, wie reich wir beschenkt sind! Letztlich ist es Gott selbst, der sich als Gebender und Schenkender hinter unserem Beschenkt-Sein verbirgt. Es gilt, sich beschenken zu lassen! Insbesondere mit der Erfahrung der Nähe Gottes. Und mit der Erfahrung, dass Gott meist unsere Menschenhände benutzt, um andere zu beschenken.

 

Von diesem Gedanken her können wir auch unser Leben als Kirchengemeinde verstehen, sich einander praktisch zu unterstützen. Wir als Beschenkte lassen uns in den Dienst nehmen, um selbst Schenkende zu sein. Es darf ein wohltuendes Hin und Her sein, zwischen einem Sich-Beschenken-Lassen und der Freude, sich selbst als Schenkende/r einzubringen! Wir dürfen zeigen, dass uns viel daran gelegen ist: Dass wir eine gute Gemeinschaft pflegen, geprägt vom gegenseitigen Wohlwollen und fern aller nicht zielführenden Verhaltensweisen.

 

Die wirklich wichtigen Dinge des Lebens und unseres christlichen Glaubens benötigen Pflege und Zeit! Ganz besonders eine gute Gemeinschaft: Pflege und Zeit! Unsere Beziehungen innerhalb unserer Kirchengemeinde: Pflege und Zeit! Unsere Beziehung zu Gott, zu Jesus, zu Gottes Heiligem Geist: Auch sie braucht Pflege und Zeit! Halten wir daher die Beziehungspflege aufrecht: Zu "Jesus im Boot"! Zu unseren Familien! Zu unserer Kirchengemeinde! Unsere Leidenschaften! Pflegen wir alles "von daher": Dass wir "mit Ihm im Boot" hinaus fahren auf den See unserer Tage. Unsere Beziehungen untereinander gewinnen an Tiefe. Respektvoll miteinander umgehen. Was sollte uns davon abhalten? Pflegen wir die Achtung vor unserer Natur, die Achtung vor "allem Leben". Pflegen wir unsere Leidenschaft für Gott, die uns als Kirchengemeinde verbindet. Besonders angesichts dessen, dass wir durchaus unterschiedlichste Charaktere in uns tragen. Denken wir bewusst an den Geber und Schöpfer des großen Geschenkes unserer Gemeinschaft. Bewahren wir uns die Dankbarkeit auch über die Höhepunkte und Tiefpunkte des Lebens hinaus.

 

Ist es nicht wunderbar, immer wieder zu erfahren und zu sagen: Danke für diesen so schönen Ort und die wunderbare Landschaft hier! Danke für dieses Vorrecht! Danke für die Lebens-Freude und die Lebens-Kraft, die jedem einzelnen inne wohnt! Selbst genießen dürfen und diese Freude mit anderen Menschen teilen! Und auch Demut tut gut. Dankbarkeit macht glücklich. Stets gesund zurückzukehren aus dem Alltag in die Ruhe und Erholung, in die Geborgenheit und den Schutz unseres Zuhauses.

 

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Gäste, bauen wir in unsere Leidenschaften für alles, was uns ganz besonders wichtig ist, mit ein: Die Beziehung zu Jesus, der mit im Boot sitzt. Aus Dankbarkeit. Denn auch im Schiff unseres Lebens gilt: Wir sind niemals Alleingelassene! Gott ist da. Jesus sitzt mit im Boot. Er beschenkt uns mit so vielem, weit mehr, als alles, was wir uns selbst schaffen oder verdienen könnten. Möge Gott selbst, Jesus selbst, die "Handbreit Wasser unter dem Kiel" sein. Sie lässt unser Lebens-Boot unbeschadet dahin gleiten. So können wir uns in Freiheit und in großer Glücks-Erfahrung weiter bewegen, Tag für Tag, im Lebens-Schiff. Und das alles unter dem Wort, das Jesus dem Simon Petrus sagt: "Fürchte Dich nicht"! Sei frei von Angst, die es nicht braucht! Hab Vertrauen ins Leben, in den Geber des Lebens! Lass los, um leben zu können! Let it go! Let it flow! Lass den Fluss fließen! Vertraue auf mein "Fürchte Dich nicht!" Sei "frei, entspannt, gelassen"! Lebe und vertraue!  "Vergnügt, erlöst, befreit"! "Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach."

 

Mit diesen Gedanken grüsse ich Sie herzlich

 

Ihr Pfarrer Rudolf Scheller

 

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