Evangelische Kirchengemeinde Übersee-Bergen-Grabenstätt
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Geistliche Impulse

 

Angst und Vertrauen

 

"Seit gestern ist draußen herrliches Wetter, und ich bin vollkommen aufgekratzt. Meine Schreibarbeit, das Schönste, was ich habe, geht gut voran, ich gehe fast jeden Morgen zum Dachboden, um mir die dumpfe Stubenluft aus den Lungen wehen zu lassen.…

 

Für jeden, der Angst hat, einsam oder unglücklich ist, ist es bestimmt das beste Mittel, hinauszugehen, irgendwohin, wo er ganz allein ist, allein mit dem Himmel, der Natur und Gott. Dann erst, nur dann, fühlt man, dass alles so ist, wie es sein soll, und dass Gott die Menschen in der einfachen und schönen Natur glücklich sehen will.

 

Solange es das noch gibt, und das wird es wohl immer, weiß ich, dass es unter allen Umständen auch einen Trost für jeden Kummer gibt. Und ich glaube fest, dass die Natur viel Schlimmes vertreiben kann.

 

Wer weiß, vielleicht dauert es nicht mehr lange, bis ich dieses überwältigende Glücksgefühl mit jemandem teilen kann, der es genauso empfindet wie ich." Anne Frank

(Evangelisches Gesangbuch S.1055)

 

 

"Wenn die Vergangenheit wie eine Last auf uns liegt,

wenn die Gegenwart uns bedrängt,

wenn die Zukunft uns Angst macht,

dann heben wir unsere Augen auf zu Dir!

 

Gib uns, Herr, Zeichen Deiner Gegenwart,

mitten in der Verwirrung der Welt, und unseres Lebens!

 

Wir bitten, dass Du Deine Verheißungen,

uns in unser Herz drückst, zur Stärkung und Weisung jeden Tag!"

(Helmut Gollwitzer, Losungen 27.Januar 2021)

 

 

Geschichte: Der verachtete Rat

(von Johann Peter Hebel, Schriftsteller und Theologe aus dem 19. Jh.)

 

Man darf nie weniger geschwind tun, wenn etwas geschehen soll,

als wenn man auf die Stunde einhalten will.
Ein Fußgänger auf der Basler Straße drehte sich um und sah einen wohlbeladenen Wagen schnell hinter sich hereilen. „Dem muss es arg pressieren“, dachte er.


„Kann ich vor Torschluss noch in die Stadt kommen?“, fragte ihn der Fuhrmann.
„Schwerlich“, sagte der Fußgänger, „doch wenn Ihr recht langsam fahrt, vielleicht. Ich will auch noch hinein."


„Wie weit ist`s noch?“ – „Noch zwei Stunden.“ –
„Ei“, dachte der Fuhrmann, „das ist einfältig geantwortet. Was gilt`s, es ist ein Spaßvogel.

 

Wenn ich mit Langsamkeit in zwei Stunden hinkomme“, dachte er, „so zwing ich`s mit Geschwindigkeit in anderthalber und hab`s desto gewisser.“

 

Also trieb er die Pferde an, dass die Steine davonflogen und die Pferde die Eisen verloren.
Der Leser merkt etwas. „Wo gilt`s“, denkt er, „es fuhr ein Rad vom Wagen?“

 

Es kommt dem Hausfreund auch nicht darauf an. Eigentlich aber, um die Wahrheit zu sagen, brach die hintere Achse.
Kurz, der Fuhrmann musste schon im nächsten Dorf über Nacht bleiben. An Basel war nimmer zu denken.

 

Der Fußgänger aber, als er nach einer Stunde durch das Dorf ging und ihn vor der Schmiede erblickte, hob den Zeigefinger in die Höhe. „Hab` ich euch nicht gewarnt“, sagte er, „hab ich nicht gesagt: Wenn Ihr langsam fahrt!“

 

 

Geistlicher Impuls von Stufen des Lebens

 

Stell dir vor, jeden Morgen stellt dir eine Bank 86 400 Euro auf deinem Konto zur Verfügung. Du kannst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst du nichts sparen. Was du nicht ausgegeben hast, verfällt. Aber jeden Morgen eröffnet dir die Bank erneut ein neues Konto, wieder mit 86 400 Euro für den kommenden Tag. Allerdings kann die Bank das Konto jederzeit und auch ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: Das Spiel ist aus.

 

Was würdest du tun?

 

Ja, was würden Sie mit dem Geld tun?

 

Diese Geschichte ist Realität: Jeder von uns hat solch eine Bank: Die Zeit. Jeden Morgen bekommen wir 86 400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist vergangen, für immer vergangen. Aber jeden Morgen beginnt sich das Konto erneut zu füllen.

 

Was also machst du also mit deinen täglichen 86 400 Sekunden?

(nach Marc Levy in: Solange du da bist)

                                                                                                          Johanna Scheller

 

 

 

Liebe Gemeindemitglieder! Liebe Gäste!

 

Der vorgeschlagene Bibeltext zur Predigt für den Sonntag, 10. Mai 2020, Jubilate ("Jauchzet Gott, alle Lande!" Psalm 66:1) steht im Evangelium des Johannes. Während Sie hier lesen, können Sie sich parallel dazu davon leiten lassen, was Sie sich daraus mitnehmen mögen für Ihren Alltag, unter den Gesichtspunkten Dank, Bitte, Bekennen, Tun: Wofür will ich danken? Worum will ich bitten? Was will ich bekennen? Was will ich praktisch umsetzen? Hier nun der Text:

 

Joh.15:1-8: Es sind Worte von Jesus: 1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

 

Herr! Gib uns ein Herz für Dein Wort! Und gib uns ein Wort für unser Herz!

 

Worum geht es in diesem Bibelwort?

Dazu einige Impulse:

 

-Jesus und Sein Vater, der Weinstock und der Winzer:

-Jesus sagt: 'Ich, ich allein, bin der wahre Weinstock', und 'mein Vater im Himmel ist der Winzer'

-Der Winzer entfernt 'jede Rebe ohne Frucht" komplett, schneidet sie ab.

-Bei jeder 'Rebe mit Frucht' erfolgt eine 'Reinigung', um die gewachsene Frucht weiter zu entwickeln.

 

-Die Jünger und wir, Sie und ich:

-Ihr seid gereinigt, allein schon, weil Ihr mein Wort hört, mich anhört, mir zuhört.

-Bleibt! Bleibt daher 'in mir'! Und: Lasst mich 'in euch' bleiben!

-Ihr als Reben könnt gute Frucht bringen, wenn Ihr 'bleibt'. Mit mir, dem Weinstock, 'verbunden' bleibt.

 

-Es ist offensichtlich, macht es Euch bewusst: Ich, Jesus, bin der Weinstock!

-Ihr, meine Nachfolger, seid die 'Reben' am Weinstock!

-Zusammen 'mit' mir könnt Ihr alles tun! Ohne mich Nichts. Aber mit mir Alles! Mit diesem 'einen' Zweck:

-Die Herrlichkeit Gottes erkennen! Viel 'Frucht' bringen! Immer wieder neu Jesus-Jünger werden!

 

Liebe Gemeindemitglieder! Liebe Gäste!

 

Ich wünsche uns, Jesus als den wahren Weinstock für unser Leben, unseren Alltag, neu zu erkennen. Dass wir unseren Blick darauf richten, an Ihm zu 'bleiben', die Verbindung mit Ihm zu 'pflegen'. Auch, dass wir unseren Blick auf den Vater im Himmel richten, von dem Jesus als Weingärtner spricht.

 

Ich wünsche uns viele gute Früchte aus dieser Beziehung: Früchte wie 'Glaube, Hoffnung, Liebe'. Früchte wie 'Liebe, Freude, Friede'. Früchte wie 'Geduld, Freundlichkeit, Güte'. Früchte wie 'Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung'. Früchte wie 'einen Geist der Kraft, der Liebe, der Besonnenheit'!

Früchte wie 'Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur! Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden'!

 

Was mögen wir uns davon mitnehmen in unseren Alltag? Welchen Satz? Welches Bild? Welche Idee?

Formulieren Sie es für sich! Auch im Hinblick auf 'mein Danken', 'mein Bitten', 'mein Bekennen', 'mein Tun'.

 

Ihnen allen einen gesegneten Sonntag und eine gesegnete Woche!

 

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,

wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.

 

Liebe Gemeindemitglieder! Liebe Gäste!

 

Der vorgeschlagene Bibeltext zur Predigt für den Sonntag, 03. Mai 2020, Misericordias Domini steht im ersten Brief des Petrus an seine Gemeinden. Während Sie lesen, können Sie sich parallel dazu davon leiten lassen, was Sie sich daraus mitnehmen mögen für Ihren Alltag, einen Satz, ein Bild, eine Idee, ein Gefühl. Hier nun der Text 1.Petr.2:21-25:

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

Diese Worte gelten ursprünglich historischen Personen, wie immer bei jedem Bibeltext. Angesprochen sind die Christinnen und Christen der damaligen Zeit, Menschen die sich bewusst zu Christus bekannten, denen es wichtig war, zu Christus zu gehören.

 

Damit gelten diese Worte der Bibel auch uns. Wir bekennen uns ebenso zu Christus. Wir gehören Ihm durch unsere Taufe, durch unser Vertrauen zu Ihm, durch unsere persönliche Bekräftigung, dass wir zu Christus gehören wollen. So sind wir eingeladen, die Aussagen dieses Bibelwortes für uns persönlich und für uns als Mitglieder der Kirche Jesu Christi zu bedenken.

 

Worum geht es im Bibeltext 1.Petr.2:21-25?

Dazu die folgenden Impulse:

 

-Wir, Sie und ich: Wir sind von Gott Berufene.

-Wir dürfen den Fußstapfen Christi nachfolgen.

-Christus hat gelitten für uns.

-Christus hat uns ein Vorbild hinterlassen.

 

-Jesus Christus: Er hat keine Sünde begangen.

-Er hat nie betrogen.

-Er hat Schmähungen nie erwidert, nie zurückgegeben, als er selbst geschmäht wurde.

-Er hat nie gedroht, als er leiden musste.

-Er hat alle diese Dinge seinem Vater im Himmel anheim gestellt, der gerecht richtet.

 

-Wir, Sie und ich: Unsere Sünden hat Jesus hinaufgetragen an seinem Leib auf das Holz des Kreuzes.

-Wir sind daher für die Sünden abgestorben.

-Daher leben wir der Gerechtigkeit, für die Liebe Gottes.

-Wir sind heil geworden, durch Seine Wunden.

 

-Wir waren wie irrende Schafe. Ohne Orientierung.

-Wir sind nun um-gekehrt. Wir haben die Richtung überdacht.

-Wir haben uns hin-gekehrt zum Hirten unserer Seele.

-Wir haben uns hin-gekehrt zum Bischof unserer Seele.

 

Liebe Gemeindemitglieder! Liebe Gäste!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Jesus als den Guten Hirten für Ihr Leben und Ihren Alltag erkennen.

Dass Sie Ihren Blick auf Ihn als Ihr Vorbild richten. Dass Sie Seinen Fußstapfen nachfolgen.

Jesus allein unser wahres Vorbild. Er allein unser wahrer Guter Hirte. Er allein unser wahrer Guter Bischof.

 

Was mögen Sie sich daraus mitnehmen für Ihren Alltag? Welchen Satz? Welches Bild?

Welche Idee? Welches Gefühl? Formulieren Sie es für sich!

Sehen Sie darin einen Fingerzeig Gottes, Seine Ermutigung, Seinen Plan, Seine Liebe für Sie!

 

Ihnen allen einen gesegneten Sonntag und eine gesegnete Woche!

 

Ihr Rudolf Scheller

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