Evangelische Kirchengemeinde Übersee-Bergen-Grabenstätt
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Auf ein Wort

 

Sehnsucht

Liebe Gemeindemitglieder! Liebe Gäste!                               

 

Zu Beginn eines jeden Weges, den wir gehen, steht meist eine Sehnsucht: Die Sehnsucht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

In unserem Leben gibt es viele Sehnsüchte: Die meisten zielen darauf hin, dass wir etwas erleben, was uns in unserem Innern glücklich macht: Unsere Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Erfolg und auch die Sehnsucht danach, dass alles (wieder) gut ist. Wir möchten gerne in Frieden und versöhnt leben: Versöhnt mit einem Menschen, versöhnt mit mir selbst und versöhnt mit Gott. Doch wie ist das, wenn wir manchmal (zu) viel Energie darauf verwenden, es nicht nur Gott recht machen zu wollen, sondern auch einem anderen Menschen? Dazu sind mir die Aussagen begegnet: "Wenn Du Dein Glück davon abhängig machst, was irgendjemand von Dir denkt und Dich davor fürchtest, anderen zu missfallen, wie kannst Du dann erwarten, Frieden zu haben? Möchtest Du Deinem Herrn erklären, es sei Dir an der wohlwollenden Meinung von irgendjemandem mehr gelegen als an Seiner Zuneigung? Verlass Dich auf Gott! Dann wirst Du Frieden haben. Und der wohltuende und befreiende Zugang zu Ihm wird Dir offen stehen. Wenn Du Gott immer auf Deiner Seite hast, was solltest Du Dich dann mit Skrupeln, Ängsten und Klageliedern quälen? ... Das Vertrauen zu Gott beiseite zu schieben, das wäre einfach widersinnig ..." Allen meinen Sehnsüchten möchte ich daher meine Sehnsucht nach Gott selbst vorordnen: Wenn dann meine Sehnsucht gestillt wird, dann fühlt es sich an wie Ankommen. Ich kann zur Ruhe kommen, ich fühle mich geborgen in Gottes Nähe. Und das hat Auswirkungen: Da erlebe ich viel mehr Gelassenheit: Ich bin zufriedener, ruhiger, ausgeglichener, dankbarer. Ich kann aufatmen, ausatmen und entspannen. Wenn meine Sehnsucht gestillt ist, haben sich die Prioritäten verschoben und die Gesamtausrichtung des Lebens hat sich verändert, auf Gott hin und nach innen: Es geht um die Ausrichtung auf Jesus. Ich fühle mich befreit aus der Über-Verantwortlichkeit, aus der Sorge, es liegt an mir, ob etwas gut geht oder nicht und wie eine Sache sich entwickelt oder ausgeht: Ich erfahre Befreiung. Ich kann lassen und versuchen loszulassen, was ich halte und was mich bindet. Und Freude entsteht. Freude, das überfließende Gefühl, dass alles gut ist. Freude, die positive Einstellung und das Annehmen dessen, was ist. Dann sehe ich die Schönheit, die Schönheit der anderen Menschen, die Ausstrahlung der Gesichter. Ich sehe die Schönheit der Natur und von Gottes guter Schöpfung. Ich sehe die Schönheit dessen, was Menschen schaffen, Literatur, Kunst, Musik, Alltägliches. Wenn meine Sehnsucht gestillt wird, dann habe ich aufgehört zu suchen, dann habe ich mich finden lassen. Darum geht es: Sich finden lassen. Es ist wohl beides: Mein Suchen und das Gefunden-Werden. Das ist es, was mich in der Tiefe berührt: Wenn ich gefunden werde, geliebt und getragen, ohne dass ich etwas dazu tun muss. Wenn ich mich ganz in Gott hineingebe, wenn ich alle Sicherheiten, alles eigene Wollen und Planen aufgebe und vertraue, entsteht der innigste Kontakt zu Gott: Mein Vertrauen. Wenn sich so etwas ereignet, sagen Menschen: Es gibt nichts Schöneres, als einfach immer nur mit Gott reden, mit Ihm alles besprechen, Ihm alles sagen. Das macht den Blick so frei. Ich bin angekommen und die Sehnsucht ist gestillt. Ich habe mein Ziel erreicht! Und ich kann beten: "Herr, gib allen, die Dich suchen, dass sie Dich finden, und allen, die Dich gefunden haben, dass sie Dich aufs Neue suchen, bis all unser Suchen und Finden erfüllt ist in Deiner Gegenwart". In den Gottesdiensten und Veranstaltungen unserer Gemeinde haben wir die Möglichkeit, diese und ähnliche Gedanken miteinander zu teilen. Um die Erfahrung zu machen: "Gott nahe zu sein ist mein Glück".

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen eine gute Adventszeit, eine frohmachende Weihnachtszeit, eine gesegnete nachweihnachtliche Freudenzeit. Denn auch unser Alltag darf geprägt sein vom weihnachtlichen "Fürchte Dich nicht! Hab' große Freude! Dein Heiland ist geboren!"

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Rudolf Scheller

 

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