Evangelische Kirchengemeinde Übersee-Bergen-Grabenstätt
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PArtnerschaft MIt TAnsania = PAMITA

 

Grüß Gott und Karibu*

 

In dieser neuen Rubrik auf unserer Homepage informieren wir Sie künftig über Projekte des  Vereins "Pamita e.V.".  In unserer Kirchengemeinde ist Sebastian Gries der Beauftragte für Pamita und berichtet sowohl hier als auch im Gemeindebrief regelmässig über die Arbeit dort.

 

Seit 1991 verbindet unser Dekanat eine intensive Partnerschaft mit dem Evang.-luth. Dekanat Mpwapwa in der Diözese Dodoma in Zentral-Tansania. Im Rahmen dieser Dekanatspartnerschaft gibt es auch viele Partnerschaften zwischen einzelnen Kirchengemeinden, die per Briefkontakt, gegenseitigen Besuchen und Unterstützung bei Projekten einen lebendigen Austausch pflegen.
 
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage: www.pamita.de

 

*) Karibu (Kisuaheli) = willkommen

Bericht von Sebastian Gries zum Projekt "Ernährungssicherung" (Februar 2021):

 

Im Jahr 2019 wurde unser Partnerdekanat Mpwapwa durch eine extrem lange Dürreperiode heimgesucht. Kommt es in Tansania normalerweise von Dezember bis Mai zu Regenfällen, so blieb diese Regenzeit diesmal aus. Wo sonst noch einigermaßen ertragsreiche Maisfelder standen, verdorrten im genannten Jahr Großteile der Ernte. Kurzfristige Hilfe wurde dringend nötig.

Dank Spenden in Höhe von 17.068 € von PAMITA, konnte das Dekanat Mpwapwa 49.500 kg Mais einkaufen, womit zumindest den am schlimmsten betroffenen Menschen geholfen werden konnte. Es blieb jedoch der Wehrmutstropfen, dass diese Art der einseitigen Hilfe nicht im Sinne einer nachhaltigen Partnerschaft ist. Ziel ist es Spendengelder für Projekte zu verwenden, die es den Einheimischen ermöglichen ihre Lebensumstände selbstständig zu verbessern.  

Dies ist die Motivation zum Projekt „Ernährungssicherung“, das im September 2020 mit einer Laufzeit von zwei Jahren gestartet wurde. Die Idee des Projekts ist, die landwirtschaftliche Produktion in unserem Partnerdekanat an die sich ändernden klimatischen Verhältnisse anpassen. Dabei wird der gesamte Zyklus, von der Produktion, bis zur selbstständigen Vermarktung lokaler landwirtschaftlicher Erzeugnisse betrachtet. Aus 5 Kirchengemeinden wurden je 10 Landwirte(-innen) ausgewählt, die in Theorie und Praxis von einheimischen Fachleuten geschult wurden. Das vermittelte Wissen wird auf den eigenen Feldern der Teilnehmer unmittelbar angewendet. Im Mittelpunkt des Projekts steht der effiziente und sparsame Umgang mit den extrem knappen Wasserressourcen.

Abbildung 1: Theorieschulung

 

Beginnend mit der Nutzung meteorologischer Daten bis zum Bau von lokalen Wasserspeichern werden den Teilnehmern neue Impulse angeboten.

 

Abbildung 2: Regenwasser Rückhaltebecken


 

Als Alternative zu traditionell angebauten Pflanzen werden den Teilnehmern Vorschläge zum Anbau anderer, dürre-resistenterer Pflanzen und Saatgut unterbreitet. Dabei sind es oft kleinere Maßnahmen, die in Summe zu einem besseren Ernteergebnis führen können. Das Anlegen von Wällen und Furchen hält beispielsweise das Wasser auf dem Feld, nahe bei den Pflanzen. Die Pflanzung von unterschiedlichen Sorten auf einem Feld macht die Pflanzen resistenter gehen Dürre oder Schädlinge. 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 3:

 

Anlegen von Konturbändern

 

 

Abbildung 4: Feld mit angelegten Gräben und Furchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur der Ackerbau steht auf der Agenda. Auch die Anpassung der Viehzucht wird thematisiert. Wie kann Futtermittelproduktion unter den sich ändernden Bedingungen weiter stattfinden. Wie können Krankheiten wirksam bekämpft werden. Wie können die landwirtschaftlichen Erzeugnisse nach der Ernte sicher gehandhabt und gelagert werden.

Dabei steht stets das Miteinander im Vordergrund. Die einheimischen Landwirt(-innen) sind oftmals sehr mit ihren traditionellen Arbeitsweisen verbunden. Somit können neue Vorgehensweisen nur gemeinsam und schrittweise erarbeitet werden. Hierfür stehen fünf Demonstrationsfelder zur Verfügung, an denen die Erfolge der neuen Versuche beobachtet werden können.

An dem Projekt ist neben PAMITA auch die namhafte Hilfsorganisation Brot für die Welt beteiligt. Vor Ort kümmert sich der Agrartechniker Hudson Kiwia um den Fortschritt der Maßnahmen. Er wird dabei durch das Institute of Rural Development Planning (IRDP) der Universität von Dodoma, sowie von örtlichen Fachleuten der Regierung unterstützt.  Die Kosten für das Projekt sind auf 40.000€ festgesetzt. Brot-für-die-Welt trägt davon 50%. Die anderen 20.000 Euro müssen in unserem Dekanat aufgebracht werden, Gut die Hälfte davon ist bereits  über Spenden eingegangen.

 

 

Abbildung 5:

 

Erste Pflanzen auf den

 

Versuchsfeldern

Dieses Projekt soll erst der Anfang sein. Aus den Schulungen und praktischen Unter­weisungen sind Handbücher erstellt worden. Weitere Landwirte sollen motiviert werden, sich entsprechendes Wissen anzueignen und auf den eigenen Feldern einzusetzen. Dafür und für die Erstellung von beispielsweise Wasser­speichern oder Erntelagern werden auch in Zukunft Spenden benötigt werden.

PAMITA ist sehr dankbar für jede weitere, finanzielle Unterstützung zu diesem Projekt! Spenden können Sie in allen evang.-luth. Kirchengemeinden im Dekanat Traunstein unter dem Stichwort „Pamita Ernährungssicherung“.

 

 

Als Partnerschaftsbeauftragter unserer Kirchengemeinde werde ich Sie weiter über den Fortschritt des Projektes informieren.

Sebastian Gries

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